Ulrike Gschwandtner

Ulrike Gschwandtner

„Viel Arbeit, wenig Geld, keine Sicherheit – Neue Selbstständige, Tendenzen und Konsequenzen aus geschlechts-spezifischer Perspektive.“

Abstract
Die Schlagwörter sind verführerisch: "Ich-AG", "Patchworking", "Arbeitskraftunter-nehmerInnen" oder eben "Neue Selbstständige" - sie alle haben gemeinsam, dass es sich hier um Arbeitsverhältnisse handelt, die sich vom "normalen" Dienstverhältnis massiv unterscheiden (etwa bei Fragen der Pflichtversicherung, der Arbeitslosenversicherung, des Mutterschutz- und Urlaubsgesetzes oder auch der Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen). Die neuen Selbstständigen sowie die Zahl von Patchwork-Arbeitsverhältnissen nehmen in Österreich zu, die Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft zählte Ende 2002 ca. 30.000 Neue Selbstständige, davon ca. ein Drittel Frauen.
Im Rahmen des Referates soll zum einen die quantitative Entwicklung in Österreich unter geschlechtsspezifischer Perspektive vorgestellt werden. In einem weiteren Schritt sollen im Wesentlichen zwei Aspekte diskutiert werden: Zum einen wird der Frage nachgegangen, was Menschen - Männer wie Frauen - dazu bewegt, in diese Form der Arbeitsverhältnisse einzusteigen (wie wirken die Bausteine neoliberaler Konzepte "Selbstverantwortlichkeit", "Rückzug des Staates" oder "Betonfront Gewerkschaft" auf Individuen? Was macht auch die Attraktivität der Neuen Selbstständigkeit aus?) In einem zweiten Schritt soll beleuchtet werden, wie Menschen in die Neue Selbstständigkeit "bewegt" werden (etwa im Rahmen von Arbeitsmarktpolitik, durch ideologische Aufwertung der Selbstständigkeit). Der geschlechtsspezifischen Perspektive sowie der Frage nach politischen Konsequenzen werden in diesem Zusammenhang besondere Bedeutung beigemessen.

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